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Top 10 der Do`s and Don’ts aus dem China Knigge – mit Benimmregeln zum Erfolg

„Ni hao“ und „Guten Tag“ aus dem Land des Lächelns, aus dem Reich der Mitte, das für uns Europäer noch immer so viele Geheimnisse birgt. „Huanying guanglin“, „Herzlich Willkommen“ aus China, führende Wirtschaftsmacht und größter Exporteur der Welt. Das haben auch deutsche Unternehmen längst bemerkt und erobern zunehmend den chinesischen Markt. Viele Firmen und Betriebe schicken ihre qualifizierten Fachkräfte nach Peking oder Shanghai und das stellt sie nicht selten vor besondere Herausforderungen.

Mit dem richtigen Verhalten fit fürs chinesische Business

Erfolgreiche Geschäftsbeziehungen hängen schon lange nicht mehr nur von Intellekt, Verhandlungsgeschick und der richtigen Portion Selbstbewusstsein ab. Wer sich auf Dauer behaupten will, muss sich zu benehmen wissen und die Verhaltensregeln der jeweiligen Länder genau kennen. Das ist in Fernost alles andere als einfach, da sich die Sitten und Gebräuche dort doch sehr von den Europäischen unterscheiden. Wir haben hier einmal die Etikette Chinas unter die Lupe genommen und für Sie die wichtigsten Benimmregeln zusammengestellt, damit das nächste Geschäftsessen oder das kommende Meeting viele Flugstunden von der Heimat entfernt nicht zum Reinfall wird. Die Top 10 Do’s und Don’ts aus dem China-Knigge lesen Sie hier.

Top 10 Do's and Don'tsVerhaltensregeln China
1. DoBegrüßung: Verbeugung und Zurückhaltung
2. Don´tEnger Körperkontakt
3. DoAngemessene Kleidung
4. Don´tMit dem Finger auf Person zeigen
5. DoMit Stäbchen essen
6. Don´tAm Tisch die Nase putzen
7. DoGastgeschenk in rotes, gelbes oder rosa Papier einpacken
8. Don´tNicht ungeduldig werden, Stress vermeiden
9. DoBescheidenheit und Zurückhaltung
10. Don´tNiemals Blumen schenken

1. Do: Bei der Begrüßung vornehme Zurückhaltung

Das erste Kennenlernen besonders in asiatischen Ländern ist gar nicht so einfach. Gerade die Begrüßung stellt in China oft die größte Hürde dar. Es reicht aber schon, sich einige wenige Verhaltensregeln einzuprägen. Das erste Zusammentreffen beginnt stets mit einer leichten Verbeugung. Als Erste werden die ranghöheren Personen, Ältere vor Jüngeren, Männer vor Frauen begrüßt. Dabei sollte zunächst der Nachname genannt und niemals die Visitenkarte vergessen werden. Diese wird immer mit beiden Händen überreicht, sodass der Empfänger auch gut die Schrift lesen kann. Zum Geschäftstreffen gehören Visitenkarten sozusagen als Aushängeschild einer Person einfach dazu. Die Qualität sollte stimmen. In dem Fall ist Geiz so überhaupt nicht geil. Bei einem Meeting ist die Rangfolge der Teilnehmer immer deutlich erkennbar. So betritt stets die ranghöchste Person als Erste den Raum. Die Anwesenden begrüßen sich immer entsprechend ihrem Status mit einer leichten Verbeugung und einem sanften Händedruck.

Top 1 Verhaltensregel: Pünktlichkeit wird in der chinesischen Volksrepublik ganz groß geschrieben. Das uns wohl bekannte akademische Viertel kommt hier nicht wirklich gut an. Maximal fünf Minuten Verspätung werden akzeptiert!

2. Don´t: Bloß nicht auf Tuchfühlung gehen

Als Neuling im chinesischen Business ist es oft nicht leicht. Schon vor dem ersten Happen im Restaurant oder dem ersten Kundengespräch kann man sich ganz gehörig in die Nesseln setzen. Enger Körperkontakt wie Umarmungen, ein beherzter Kuss auf die Wange seines Gegenübers oder ein Tätscheln des Kopfes machen keinen guten Eindruck. Es gilt, jedem Menschen den nötigen Respekt entgegenzubringen und die Contenance zu wahren. Auch ein fester Händedruck kommt selten gut an. Der gilt hier nämlich als unfein.

Top 2 Verhaltensregel:  Humphrey Bogart schmachtet im berühmten Film Cascablanca seine Filmpartnerin Ingrid Bergmann mit einem „Schau mir in die Augen Kleines“ an. Damit hätte er bei unseren chinesischen Nachbarn eine Bruchlandung hingelegt, denn direkter Augenkontakt ist ein absolutes Nogo. Auch im Business Knigge China gilt: Intensiven Blickaustausch meiden, lieber einmal mehr verschämt zur Seite sehen.

3. Do: Die richtige Kleidung öffnet Türen

Für den ersten Eindruck gibt es selten eine zweite Chance und gerade im Berufsleben muss die äußere Erscheinung einfach stimmen. Es kommt auf die richtige Kleiderwahl und ein gepflegtes Aussehen an. Auch wenn man den Dresscode in China relativ entspannt sieht, gibt es auch hier einiges zu beachten. Männer sollten sich formell kleiden. Ein dunkler Anzug und eine passende Krawatte ist immer die richtige Wahl. Frauen hüllen sich am besten in ein dezentes Kostüm, das möglichst viel Haut bedeckt. Offenherzige Kleidung, grelle, leuchtende Farben oder transparente Oberteile sind in China nicht gern gesehen. Und ganz wichtig: Auch wenn die Temperaturen in ungeahnte Höhen steigen und die Sonne heiß von oben brennt, sollten Sandalen oder Flipflops im Schrank bleiben. Ordentliches, geputztes und geschlossenes Schuhwerk ist ein Muss.

Top 3 Verhaltensregel: Weiß ist in China die Farbe der Trauer und deshalb für das Outfit ungeeignet.

4. Don´t: Diese Gesten bitte nicht

Es muss nicht immer gesprochen werden, um Fehler zu begehen. Häufig reichen schon Fauxpas in der nonverbalen Kommunikation, um sich gleich alle beruflichen Chancen zu verspielen. Es ist ratsam, nie mit nur einem Finger auf eine Person zu zeigen. Besser ist dieses mit der flachen Hand zu tun. Jemanden herbeiwinken, ist grundsätzlich nicht verboten. Allerdings sollte die Handfläche dann nach unten, nicht nach oben zeigen.

Top 4 Verhaltensregel: Es ist gut, ein gewisses Feingefühl für die chinesische Körpersprache zu entwickeln, ein wenig auch in die für Europäer ungewohnte Mentalität einzutauchen. Eine Weisheit aus dem Land, in dem sage und schreibe 1,34 Milliarden Menschen wohnen, besagt „Das Leben meistert man lächelnd, oder überhaupt nicht“. Vielleicht hilft das auch, um den nächsten geschäftlichen Termin im Reich der Mitte entspannt angehen zu können.

5. Do: Wer mit Stäbchen essen kann, sammelt Pluspunkte

Zu einem leckeren chinesischen Essen sagt wohl niemand nein. Peking-Ente, Wan-Tan-Suppe und Duftreis sind weltweit bekannt und beliebt, auch wenn einige Spezialitäten für europäische Gaumen gewöhnungsbedürftig sind. Vor der nächsten Geschäftsreise in die Volksrepublik China ist es empfehlenswert, den richtigen Umgang mit Stäbchen zu üben. So wird sich niemand blamieren, wenn das schmackhafte Hühnchen oder das gedünstete Gemüse auf dem Boden landet. Die Essstäbchen dürfen niemals in den Reis hineingesteckt werden. Sie sind immer so neben den Teller zu legen, dass die Griffseite auf dem Tisch aufliegt. Meist wird ein kleines Porzellanbänkchen gereicht, um die gute Tischdecke zu schonen. Das Ende chinesischer Geschäftsessen erscheint Europäern häufig seltsam. Am Schluss wird in der Regel frisches Obst gereicht und danach ist das gemeinsame Abend-oder Mittagsmahl dann auch beendet. Es mag etwas abrupt wirken, ist im bevölkerungsreichsten Land der Erde aber ganz normal.

Top 5 Verhaltensregel: Eine Speise sollte niemals abgelehnt werden. Wer Angst vor seltsamen Zutaten hat oder befürchtet des Deutschen liebstes Haustier auf dem Teller zu haben (Achtung Vorurteil: Es heißt ja oft Chinesen essen Hunde und Katzen), der kann kurzfristig zum Vegetarier mutieren. Dies muss allerdings bis zum Ende der Reise durchgehalten werden.

6. Don´t: An der gedeckten Tafel nie das Taschentuch zücken

Das offizielle Bankett gehört im Reich der Mitte immer dazu. Hier isst man gerne und ausgiebig, lässt es sich gut gehen und genießt. Ja und nicht nur für Deutsche ist es schon eine große Kunst, auf Messer und Gabel zu verzichten und zum Stäbchen zu greifen. Im Restaurant gibt es eine ganze Menge zu beachten und überall läuft man Gefahr, seine Gastgeber zu brüskieren und die Benimmregeln des China Knigge sträflich zu verletzten.  Alle, die eine saftige Erkältung mit sich herumschleppen, haben leider ganz schlechte Karten. In China gehört es sich nicht, am Tisch die Nase zu putzen, danach ins Taschentuch zu schauen und das benutzte Tempo in die Tasche zu stopfen. Hier ist Dezenz und Rücksichtnahme gefragt. Der beste Ort dafür ist die Toilette, auch wenn stark Erkältete dann wohl die meiste Zeit auf dem stillen Örtchen verbringen müssen. Genussmitteln ist hier kaum jemand abgeneigt. Aber auch da kann im Umgang so einiges schiefgehen. Es ist ein absolutes Nogo, die eigene Zigarettenschachtel herauszuholen, sich genüsslich einen Glimmstängel anzuzünden und die Packung wieder in der Tasche verschwinden zu lassen. Jeder Raucher ist gut beraten, seinen Tischnachbarn wenigstens das Angebot zu machen, zuzugreifen. Egoismus ist hier fehl am Platz.

Top 6 Verhaltensregel: Zu einem guten Tropfen sagt hier kaum jemand Nein. Natürlich sollte jeder seine Grenzen kennen. Aber vielleicht garantiert ein feuchtfröhliches Zusammensein nicht nur einen unangenehmen Kater am nächsten Morgen, sondern auch viele lukrative Geschäftskontakte.

7. Do: Das richtige Geschenk zaubert ein Lächeln ins Gesicht

Schenken bereitet Freude. Wir zeigen dem anderen, dass er uns wichtig ist und wir ihn wertschätzen. Auch im chinesischen Business sind Präsente und kleine Aufmerksamkeiten willkommen. Es ist aber auch hier ganz wichtig, sich vorher Gedanken zu machen und möglichst das richtige auszuwählen. Für Begeisterung sorgen in jedem Fall Mitbringsel, die in rotes, gelbes oder rosafarbenes Papier eingepackt sind. Diese Farben stehen hier für Fröhlichkeit und unbeschwerte Lebensfreude. Anders als wohl die meisten Deutschen haben viele Chinesen durchaus einen Hang zu kitschigen Dingen. Wer nichts falsch machen möchte, bringt Pralinen, Bonbons, Werbegeschenke der Firma und alkoholische Spezialitäten seines Landes mit. Auch mit Füllfederhaltern und Kugelschreibern sind einem alle Sympathien sicher.

Top 7 Verhaltensregel: Wir kennen es alle. Zu unserem Geburtstag sind viele Gäste gekommen. Unzählige verführerische Päckchen, warten nur darauf, so schnell wie möglich ausgepackt zu werden. Also nichts wie los und die Neugier befriedigen. In China werden wir mit so einem Verhalten wohl nur abfällige Blicke ernten. Egal ob wir schenken oder beschenkt werden. Es gehört sich grundsätzlich nicht, den farbenfrohen Bildband aus München, das Lübecker Marzipan, den Salzwedler Baumkuchen oder den delikaten Müller-Thurgau-Wein vor allen anderen zu enthüllen. Alles wird erst mal zur Seite gestellt und später geöffnet.

8. Don´t: Nur nicht ungeduldig werden

Gerade im Business herrscht oft ein rauer Ton. Zeit ist Geld und niemand wird mit Samthandschuhen angefasst. Auch in Deutschland gilt in Verhandlungen die Devise: „Dann wollen wir mal schnell zur Sache kommen“. Im Land des Lächelns ist das mit Sicherheit die falsche Taktik. Auf Hektik, aggressives Verhalten und mangelnde Empathie reagieren Chinesen äußerst empfindlich. Im Gegensatz zu Deutschland sind erhitzte Diskussionen oder gar offene Streitigkeiten hier ein absolutes Tabu. Das Wort „Nein“ im Geschäftsalltag wird als unhöflich empfunden. Sätze wie „Das könnte etwas schwierig werden“ oder „Ich werde es auf jeden Fall versuchen“ sind die bessere Wahl.  Auch mit offener Kritik sollte sparsam umgegangen werden. Um dem Business-Knigge in China alle Ehre zu machen, muss peinlich genau auf die Wortwahl geachtet werden. Bemerkungen wie „Das ist schlecht“ oder „Das passt mir ganz und gar nicht“ machen keinen guten Eindruck.

Top 8 Verhaltensregel: Private oder politisch brisante Fragen sollten vermieden werden. Das könnte zu einem Gesichtsverlust des Gegenübers führen. Themen, die besser nicht zur Diskussion gestellt werden sollten, sind Familienpolitik, Menschenrechte, Chinas Rolle in Südostasien sowie Sex und das „liebe Geld“.

9. Do: Mit Bescheidenheit und Demut zum Ziel

Auf überhebliches und arrogantes Verhalten sind die Chinesen gar nicht gut zu sprechen. Ein Tabu ist es, sich vor den anderen aufzuspielen, mit seinen Fähigkeiten anzugeben und „den großen Maxen“ zu markieren. Hier drängt sich niemand in den Vordergrund. Deutsche Geschäftsleute tun gut daran, eher tief zu stapeln als zu dick aufzutragen. Es ist richtig und gut, seinen Stolz über erbrachte Leistungen zu zeigen ohne dennoch die Bodenhaftung zu verlieren.

Top 9 Verhaltensregel: Die konfuzianische Lehre spielt im großen China eine zentrale Rolle. Die eigene Person wird herabgesetzt und Anderen besonderer Respekt entgegengebracht. Bescheidenheit ist die wichtigste Tugend und das sollte auch ein deutscher Geschäftsmann beherzigen, um sich langfristig behaupten zu können.

10. Don´t: Verbundenheit nie mit Blumen bekunden

In Deutschland gehört es längst zum guten Ton. Bei Feierlichkeiten, Geburtstagen oder Jubiläen werden dem oder der Gastgeberin herrliche rote Rosen, zartgelbe Gerbera oder wunderschöne lilafarbene Tulpen geschenkt. Mit einem schönen Strauß macht man bei uns nichts falsch. In China ist das völlig anders. Blumen werden im riesigen Reich der Mitte grundsätzlich nur bei Todesfällen geschenkt und sind somit als Präsent nicht geeignet.  Das ist auch im Business so. Ebenso verpönt wie Blumen sind Uhren. Schon das Ticken einer Uhr, wird in China mit dem unvermeidlichen Gang zum Grab assoziiert. Die Gabe einer Uhr ist in etwa so, als würde man am Bett eines nahen Verwandten zugegen sein und dort sagen „Deine Zeit ist abgelaufen“.

Top 10 Verhaltensregel: Als Gastgeschenk niemals Blumen!

Die Top 10 Empfehlung zum Schluss

Es muss so einiges beachtet werden, um auf Geschäftsreisen in China nicht mitten in den Fettnapf zu treten. Ob der geschäftliche Termin oder das Geschäftsessen zum Erfolg werden, entscheidet sich oft schon mit der Begrüßung. Das Gegenüber kann in der Regel sofort einschätzen, ob er eine respektvolle, für kulturelle Gepflogenheiten sensible Person vor sich hat oder nicht. Wer einen gebildeten und vertrauenswürdigen Eindruck hinterlassen möchte, sollte sich im Vorfeld der Geschäftsreise in jedem Fall gründlich über die gängigen Verhaltensregeln in China informieren. Eine kulturelle Grundmaxime, die man sich generell zu Eigen machen sollte, ist der respektvolle Umgang mit dem, was uns fremd ist! Die wichtigsten Benimmregeln aus dem chinesischen Knigge zu studieren, lohnt sich in jedem Fall. In diesem Sinne, viel Erfolg auf Ihrer nächsten Geschäftsreise nach China!

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